Die Farben Omans

Eine künstlerische Auseinandersetzung mit Oman erforderte in meinen Augen zuallererst einmal eine Auseinandersetzung mit den Farben Omans und den Versuch, aus dem vorhandenen geologischen Reichtum ein eigenes Farbsystem zu entwickeln, mit dem man dann in der Praxis arbeiten konnte.

Eingeladen von Juma Al-Maskari besuchte ich im Februar 1992 erstmals das Sultanat Oman. In Oman angekommen wurde ich von Jumas Bruder, dem PDO Geologen Salim Al-Maskari mit der Frage "Was weißt du über die Geologie Omans" konfrontiert. Seiner Meinung nach kann man Oman nur verstehen und erleben, wenn man seine Geologie kennt.

Schnell stellte ich fest, daß seine Behauptung richtig war. Die Farben und somit auch die Atmosphäre der Landschaft waren geprägt von sehr hellen und gleichzeitig farbintensiven Tönen, die nichts zu tun hatten mit den mitgebrachten Erdpigmenten aus Europa.

In den folgenden 2 Wochen legten wir auf der Suche nach verschiedenen Farbwerten über 4000 Kilometer off-road Strecke zurück und sammelten 23 verschiedene Steine, Lehme und Sande.





Der erste Schritt unserer Arbeit war getan, nun mussten die Mineralien pulverisiert werden. Natürlich stand uns hierzu kein professionelles, mechanisches Gerät zur Verfügung, wir nutzen ein einfaches Haushaltsgerät, einen Messingmörser. Nach einer Woche waren alle Mineralien zu Pigmentpulver verarbeitet. Wir entschlossen uns, die Eignung omanischer Erdpigmente für bildnerische Zwecke nun anhand praktischer Beispiele zu verdeutlichen.



Um über die Pigmente und die jeweilige Möglichkeiten so viel wie möglich zu lernen, machten wir Tests mit verschiedenen Bindemitteln, deren Ölgehalt wiederum variierte. Wenn omanische Pigmente mit Wasser und einem Acrylbinder angerührt werden, so werden sie stark dunkler. Trocknet die Farbe, kehrt der helle, ursprüngliche Farbton aber wieder zurück. Der Maler muss also in der Lage sein sich die Farbe die er anrührt auf dem Gemälde getrocknet vorzustellen.

Bindemittel mit einem höheren Ölgehalt verhalten sich komplett anders. Es ist einfacher mit Öl- als mit Acrylfarben zu arbeiten, da Ölfarben im nassen wie auch im getrockneten Zustand die gleiche Farbintensität haben. Ölfarben bewahren auch in getrocknetem Zustand den Charakter des nassen Pigments, der aber im Falle der omanischen Farben leider nichts zu tun hat mit dem leuchtenden und farbintensiven Charakter des trockenen Pigments.

Die Tests verdeutlichten, dass nur die Bindemittel auf Wasserbasis das Licht Omans einfangen und darstellen konnten. Die Ölfarben vermittelten jedoch den Eindruck einer radikalen Klimaveränderung: sie ließen die Landschaften Omans matt, trüb, dunkel und feucht erscheinen.

Die Ergebnisse der Experimente erschienen 1993 in einem Artikel der PDO-News in Oman.

Das so gewonnene omanische Farbsystem diente als Farbleitsystem für diese Website, für das Coorporate Design des Projektes "Religiöse Toleranz - der Islam im Sultanat Oman" wie auch der Wanderausstellung "Sultanat Oman - gelebte Moderne mit Tradition".

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