Schnitzkunst und Ornamentik

Die Omanis sind zwar sehr darauf bedacht, nicht durch die Kleidung ihren sozialen Status öffentlich zur Schau zu stellen – vom einfachen Fischer bis zum Minister trägt jeder seine einfache dishdasha – bei der Haustür hört die Gleichheit jedoch auf.

Schnitzerei an Türzarge, OmanDie schlichte omanische Architektur, ihr weitgehender Verzicht auf verspielte Formen, Gesimse und Mauerreliefs, steigert die Bedeutung der Pforte und betont die Wirkung der Ornamentleisten auf den Türen.

Die klaren, geometrischen Formen stammen aus dem traditionellen islamischen Motivrepertoire, stilisierte Lotosblätter und andere einfache florale Muster verweisen auf indische und persische Einflüsse. Andere üppige Ornamentbänder mit ihren stark plastisch geschnitzten Blumenmotiven sind typisch für ostafrikanische Länder.

Etliche der Holzschnitzereien wurden sogar in Sansibar und Ostafrika gefertigt, die Türen dann per Dhau nach Sur gebracht und von dort von Kamelen an den Ort ihrer Bestimmung im Landesinneren.

Dieses einmalige, reiche kulturelle Erbe ist heute allerdings ernsthaft in Gefahr: Die alten Baustoffe Lehm, Stein und Holz werden durch Beton, Stahl und Zementputz ersetzt, sie sind derzeit einfach ›out‹. Das Baugewerbe Omans befindet sich heute fest in indischer Hand. Diese Handwerker beherrschen die traditionelle omanische Lehmbauweise nicht; Stahltüren verdrängen vielfach die Holztüren.





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