Christine und Martin Fauser

Selbstfahrer-Tour, November 2009

Sehr geehrter Herr Popp.

wie der Lauf der Natur - und des Menschen - nunmal so spielt hat alles ein Ende, bzw. geht vorbei. So nun auch leider unsere Reise in den Süden des Oman nach Salalah.

Meine Frau und ich möchten uns auf diesem Wege nochmals bei Ihnen für die hervorragend zusammengestellte Reise bedanken. Jeder Tag einzeln war es bereits wert diese Reise zu machen. Wie bereits vom letzten mal vor drei Jahren gewohnt, funktionierte der Empfang in Muscat hervorragend, ebenso die Weiterleitung zum Anschlußflug nach Salalah. Dort angekommen wurden wir vom Koch der Arabian Seaview Villas abgeholt und durch wunderschöne Kokos- und Bananenplantagen zu unserem Quartier gebracht. Frau Mia Dekeersmaeker (bekannt durch das Buch "Die Erde hat Fieber") empfing uns dort und gab uns ein geräumiges Zimmer mit Balkon und Blick zum Meer. Mia, wie Sie nur genannt wird, arbeitet dort um währenddessen ein neues Buch über Land und Leute rund um Salalah zu schreiben. Sie selbst kommt aus Belgien. Auch der Chef des Hauses (Musalam!?) ist ein lieber und interessanter Gastgeber. Sie selbst kennen ihn ja am Besten. Dies war alles schon eine gelungene Einleitung für alles was dann kam.

Die Landschaft, die Menschen, einfach unbeschreiblich. Von Tag zu Tag nahm diese Land mehr und mehr Besitz von uns und unseren Herzen. Ob es die Küste war, die Berge oder die Wüste, ob es unser Guide Suheil, die Menschen im Souk oder auf der Strasse waren, wir waren und sind es noch - einfach fasziniert.

In Al-Mughsayl wurden wir von einer omanischen Familie aus Muscat zum Kaffee und zu Datteln eingeladen, Sie gaben uns Tipps und wir verabschiedeten uns wie gute Bekannte. Wir fuhren noch bis Rakhyut, einem schönen und verträumten Ort am Meer. Aufgrund des bevorstehenden Geburtstages des Sultans und wahrscheinlich auch der labilen Lage im Jemen, mußten wir allerdings auf dieser Strecke drei Kontrollen passieren. Es war für uns ungewohnt, aber unproblematisch.

In den Tagen bis zu unserem dreitätgigen Wüstentripp erkundeten wir einfach die Gegend. Wir fuhren bis Hasik, tief in die Berge rund um Salalah, besuchten Taqah, Samhuram, Wadi Derbat und noch viele andere Sehenswürdigkeiten.

Und dann ging es los - ab in die Wüste. Musalam brachten uns am Morgen in Richtung Shisr (alt: Ubar). Auf freier Strecke kam uns dann unser Guide für die Rub al Khali entgegen. Wir tauschten die Fahrzeuge und nun gings los. Geschichte, Geographie, Geologie und vieles mehr wurde uns in wunderbarer Weise vermittelt. Wir sammelten verschieden Steine, die uns Soheil zeigte (er fuhr extra tolle Fundorte für uns an, da Mineralien sammeln ein Hobby von uns ist). Und dann kamen die ersten Dünen, für uns gigantisch und atem(be)raubend. Gegen Abend dann ein Rastplatz am Fuße einer ca. 200 Meter hohen Düne. Wir versuchten diese zu erklimmen, aber unsere Kondition reichte einfach nicht aus (nur bis auf halbe Höhe). Trotzdem ein Supererlebnis. Soheil kochte für uns und das in Mengen die für eine ganze Kompanie gereicht hätte. Und dann kam die Nacht! Millionen von Sterne die Dünen und der Sand - dies war unser Hotelzimmer.

Was ist schon ein 7-Sterne Hotel z.B. in Dubai, wenn hier in der Rub al Khali eine Million Sterne und mehr haben. Vor lauter Begeisterung vergaß ich zu schlafen. Am nächsten Tag verstand es Soheil diese Erlebnis noch zu erweitern und somit zu toppen. Er suchte nach frischen Spuren und folgte diesen bis wir auf ein Beduinenlager stießen. Dort blieben wir auch über Nacht, aßen mit den Beduinen und nahmen am nächsten Tag traurig Abschied von ihnen. Für ein halbes Hühnchen, einen halben Liter Orangensaft, einen halben Liter Coca Cola, zwei Beutel Nüsse, erfuhren wir soviel Dank und Dankbarkeit, dass uns dies bereits leicht beschämte und nachdenklich machte.

Auf dem Weg zurück nach Salalah, fuhr Soheil noch einen kleine Umweg zu den Weihrauchbäumen und lud uns zu einem kleinen Imbis ein. Und dann war dieser Teil der Reise leider zu Ende.

Wir sahen und erlebten bereits das Nordlicht in Norwegen Ende Februar, die Wüste und der Sternenhimmel können damit sicher mithalten. 

Nun lagen noch ein paar Tage Erholung in und um Salalah vor uns. Da ich ein begeisterter Autofahrer bin und mich auch gerne abseits der befestigten Strassen bewege, tauschten wir kurzerhand den PKW in einen Geländewagen. Dies funktionierte wieder so unkompliziert und schnell, dass bei uns nur noch Freude aufkam. Drei Tage und rund 900 Kilometer lagen nun vor uns. Wir fanden Strecken in den Bergen und zum Strand die nur mit einem Geländewagen erreichbar sind. Wir befuhren aber nie die Wadis, da diese einfach zu schön sind um per Autofahren erkundet zu werden und eben auch geschützt werden sollten.

Am vorletzten Tag hatten wir dann noch ein Erlebnis (eine Begegnung) der ganz besonderen Art. Wir wollten nochmals nach Hasik wegen des Strandes und der Felsformationen dort. In Mirbat an einer Kreuzung stieg ein junger Omani aus einem Taxi und winkte uns zu. Wir hielten an und er fragte uns in weinigen Brocken Englisch ob wir ihn nach Sadah mitnehmen könnten. Wir baten Ihn einzusteigen und während der Fahrt bekamen wir heraus, dass er nach Hasik wollte, wo er zu Hause war. Wir fuhren ihn bis vor die Haustüre, worauf er uns zu einem Essen einlud. Wir nahmen die Einladung an und wurden nun von der ganzen Familie (Mutter, Vater, acht Schwestern und sieben Brüdern) willkommne geheißen und bewirtet. Das Essen war vorzüglich und reichlich. Während des Essens hatte eine seiner Schwestern mehrere Handarbeitern und ein Tragetüte voll Weihrauch ins Zimmer gebracht und vor uns ausgebreitet. Wir dachten, beschränkt wie wir zivilisierte Menschen nunmal sind, dass wir, wenn wir wollen etwas als Reiseandenken kaufen könnten. Vorsichtig fragte ich unseren Gastgeber ob wir die beiden Hüte haben könnten und was diese kosten. Er erklärte, dass wir die Hüte als Geschenk mitnehmen sollten. Wir waren sprachlos. Der junge Omani bot uns noch an etwas zum Ruhen zu bleiben, da es jedoch nun schon später war und es bis Salalah rund 200 Kilometer zu fahren waren, verabschiedeten wir uns. Er begleitete uns vor die Türe und bat mich dann die Tür zur Rücksitzbank zu öffenen. Als ich dies tat, legte er all die anderen Handarbeiten und den Weihrauch auf den Rücksitz und gab uns zu verstehen, dass dies alles ein Geschenk der Familie für uns sei. Uns kamen die Tränen ob soviel Gastfreundschaft uns Dankbarkeit für eine in unseren Augen Kleinigkeit die wir unserem Gastgeber bieten konnten, die Mitfahrt zu einem Ort an den wir sowieso wollten.

Mit diesem Erlebnis möchte ich meinen Bericht über unsere Reise beenden.

Ich könnte noch soviel schreiben, aber ich glaube und hoffe, dass auch mit diesen Worten erkennbar ist, wie faszinierend, begeisternd und beeindruckend diese Reise für meine Frau und mich war.

Dieses Land wird uns sicher wiedersehen, daran gibt es keinen Zweifel.

Wenn ich drei Wünsche frei hätte, wären diese wie folgt:

1. Mehr Zeit für dieses Land haben um es zu erforschen (könnte in der Rente in ein paar Jahren klappen).

2. Dass dieses Land und sein Volk möglichst für immer diese Freundlichkeit und Faszination behalten.

3. Dass die Bewohner und Gäste vor allem Ihren Plastikabfall nicht einfach an jedem Platz zurücklassen sondern ihn wieder mit nach Hause nehmen oder ihn mindestens in die meist vorhandenen Müllbehälter werfen.

Denn wir möchten auch in Zukunft sagen können:
FELIX ARABIA - GLÜCKLICHES ARABIEN !

In diesem Sinne verbleiben wir mit freundlichen Grüßen

Martin und Christine Fauser

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