Dubai und Musandam mit 3-tägiger Dhaufahrt, Herbst 2015

Liebe Frau Popp, lieber Herr Popp,

im Vorfeld eines Telefonats möchten meine Frau und ich Ihnen einen Reisebericht unserer Musandam-Reisen senden. Wir waren wieder sehr angetan von Land und Leuten und haben spannende Erfahrungen gemacht.

Reiseorganisation

Die Reise war insgesamt sehr gut für uns organisiert. Einzig die Grenzübergänge zwischen den VAE und Oman-Musandam brachten Irritationen. Es war uns unklar, für wie viele Tage wir ein Oman-Visum erwerben sollten, da wir einmal für 5 und – bedingt durch die Fahrt von Khasab nach Zighy Bay einmal für 8 Tage einreisten. Wir haben uns für ein 10-Tage-Visum entschieden, was interessanterweise bei der zweiten Ein- und Ausreise zu keinen Problemen führte. Irritiert hat uns, dass uns in Khasab eine Email des Zighy Bay erreichte, wir sollten Reisepasskopien per Mail an sie schicken.Am Checkpoint Dibba war in beiden Richtungen unklar, ob wir nun einen Border Pass brauchen oder nicht. Es ging aber alles glatt.

Alle Transfers waren pünktlich, alle Fahrer zuverlässig. Als wir mit einer Stunde Verspätung um 15 Uhr Ortszeit von Dubai aus nach Khasab aufbrachen, standen wir erst mal volle 2 Stunden im Stadtstau der Hauptstadt. Wichtig zu wissen: An den Nachmittagen vor Sonn-/Feiertagen macht es keinen Sinn, in Dubai nachmittags nach 14 Uhr (Auskunft des Fahrers) einen Transfer zu beginnen.

Atana-Hotel (das auf dem Berg, ehemals Golden Tulip)

Gutes Hotel, netter Service, opulentes Buffet, grandiose Lage – kein Vergleich mit dem alternativen Hotel am Hafen. Dort gibt es inzwischen eine Tauchschule, und man hat vom Hotel aus Meerzugang. Leider wird die Umgebung des Hotels mehr und mehr von Tagesbesuchern – angeblich aus Dubai - vermüllt. Kulanter Shuttle-Service zwischen Hotel und Ort.

Khasab selbst wächst stark, hat aber nur einen sehr beschränkten Reiz. Im Ort gibt es noch zwei nette, von Indern betriebene Restaurants, die wir probieren konnten: Shamaliah und Telegraph Island.

Musandam Sea Adventures

Die Organisation gab sich große Mühe, uns zufrieden zu stellen. Die Botschaft, dass die Rubba in Reparatur ist und nicht zur Verfügung steht, brachte man uns unmittelbar und klar rüber. Wir wollten eine Nacht drüber schlafen und bekamen auch die Zeit dafür. Positiv möchten wir Aneesh Praktabar vom Front Office erwähnen, der sich sehr für uns einsetzte.

Für die Bergtour hatten wir einen sudanesischen Guide, der perfekt Deutsch sprach und so nett wie unkundig war. Wir erhielten weder tiefer gehende geologische Informationen noch welche, die Fauna und Flora betrafen.

Ganz anders der marokkanische Führer Abdullah Morrow, den wir besonders hervorheben möchten: solch einen vielseitig kompetenten und engagierten Führer haben wir selten erlebt. Er machte morgens eine Stadtführung mit uns und wusste vieles zu erzählen. Sogar zwei Tieftauchgänge während der Dhautour organisierte er kurzfristig für mich, indem er ein Speedboot mit dem Equipment zur Dhau nachkommen ließ. Der Mann ist ein Juwel für MSA!

Dhau-Tour

Die dreitägige Reise mit der traditionellen Dhau war ein einziger Genuss, ein unvergessliches Erlebnis. Wir hatten eine tolle drei-Mann-Crew. Der Käpt‘n war aus Khasab und verstand es, mit Boot und Motor die Delphine anzulocken und im Kielwasser surfen zu lassen, was anderen Touristenschiffen im Fjord nicht gelang. Der pakistanische Seemann verrichtete fleißig von morgens bis abends die einfachen Tätigkeiten. Alle drei erwiesen sich als perfekte Dienstleister.

Kumzar war nicht zu besuchen. Wie uns Abdullah erzählte, hatten beim letzten Besuch Kinder Steine auf Touristen geworfen, und er habe den Widerstand der Einwohner so stark gespürt, dass er sich seinem Chef gegenüber nun weigere, den Ort mit Touristen zu besuchen. Wir fuhren jedoch mit dem Speedboat bis nahe an Kumzar heran und konnten schöne Fotos des beeindruckenden Orts und des Dorflebens machen. Ein anderes Fischerdorf hatten wir aber besuchen können und waren dort von Einheimischen ausgesprochen gastfreundlich zum Kaffee empfangen worden – ein berührendes Erlebnis.

Die Tour führte uns um die gesamte Halbinsel. Allerdings verzichteten wir auf die etwas langwierige Fahrt zurück am letzten Tag und ließen uns in der Khasab nahegelegenen Bucht absetzen und abholen. Sie war landschaftlich wie versprochen beeindruckend. Die erste Nacht ankerten wir in einer absolut stillen Bucht nahe Telegraph Island. Wir fingen mit der Angelleine und mit bloßen Händen unseren Fisch zum Abendessen. Spätabends sah ich einen Manta-Rochen senkrecht aus dem Wasser springen. So konnten wir uns dann auch die gelegentlichen lauten Platscher erklären, die uns in der Stille unseres Schlafes aufschreckten.

Am nördlichen Zipfel machten wir – vergeblich – Jagd auf Thunfische, die in Schwärmen aus dem Wasser sprangen und so unruhige Gebiete auf die ruhige Meeresoberfläche zauberten – grandios, ein solch pralles Meeresleben hatten wir noch nie gesehen! Genauso spektakulär war die Meerenge, die wir dann durchfuhren. Dort waren die Wasser so aufgewühlt, dass man sich wie Odysseus zwischen Skylla und Charybdis fühlte. Nicht zu vergessen die Seeadler in ihren majestätischen Nestern in den Felsen über dem Meer.

Mit dem Ende der Tour hatten wir die Rubba komplett vergessen. Mit Sicherheit hatten wir auf diese Weise – Fügung des Schicksals - sogar die authentischere Tour „gewonnen“ ….

Orient Guesthouse

Das Guesthouse ist zentral und ruhig gelegen, nahe am Creek, 5-8 min zur Metro Al Fahidi. Die Zimmer fanden wir originell und insgesamt ok. Die Rezeptionsleiterin schien nicht so gut organisiert: sie leitete eine Mail von Arabia Felix für uns nicht weiter bzw. wusste nicht davon, und bei unserem zweiten Aufenthalt hatte sie nur noch ein Zimmer frei, das uns zu klein war. Immerhin zog sie uns aufpreisfrei für unsere letzte Nacht in das bessere Schwesterhotel Arabian Courtyard um.

Am letzten Tag waren wir noch im Künstler-Café XVA um die Ecke, das uns sehr gut gefallen hat: feine Snacks, nettes, junges Personal, ein zauberhafter Innenhof und das Wissen, dass jedes Zimmer einzeln von einem Künstler gestaltet wurde. Leider konnten wir kein Zimmer besichtigen. Nächstes Mal würden wir gerne dort wohnen wollen.

Arabian Courtyard

Das Hotel nahe des Orient Guesthouses hat einen hohen Standard mit ruhigen Zimmern. Für unsere letzte Nacht ideal. Der vom Orient Guesthouse auf dieses Hotel umgebogene Abholservice am frühen Morgen funktionierte perfekt, mit Schreiben am Vorabend und Call 10 min vor der Abfahrt.

Dubai

Eine faszinierend-künstliche Stadt mit zahllosen Superlativen und fast ohne traditionellen Kern. Highlights waren die Nacht am Creek mit den kitschig-bunt beleuchteten Schiffen, die nächtliche Metrofahrt, die gigantischen Shopping-Malls, die Luxus-Hochhaussiedlung Marina, der verklärte Burj Kalifa (eine halbe Stunde dort oben sein ist genug!) und der prunkvolle Burj al Arab. Wir waren zum High Tea im dortigen Bar-Restaurant – inklusive Sonnenuntergang über der Palm Jumeira. Im Burja al Arab erlebten wir synchronisierte Springbrunnen mit geführtem Licht in den Wasserstrahlen und computergesteuerten Wasserspritzern, die rhythmisch-klatschende Geräusche auf dem Springbrunnenboden erzeugten. Wir hatten Dubai an 2 halben Tagen „gemacht“, was etwas stressig war. Aber ein Tag Dubai reicht.

Danke für all Ihre Unterstützung und dafür, dass Sie unser Feuer für den Oman entfachen geholfen haben – ein wirklich faszinierendes Land!

Herzliche Grüße
Michael und Cornelia

Alles was Sie wissen sollten!
Essen und Trinken, Kleidung, Knigge, Trinkgelder, ...

Was unsere Kunden von ihren Reisen und Erlebnissen im Sultanat berichten

Hier finden Sie von Weihrauch über Musik, Reiseliteratur, Karten, Fachliteratur - alles über Oman.