Kamele sind neben Ziegen sicherlich die häufigsten Tiere in Oman. Man sieht sie nicht nur in den Sandwüsten des Landes, sondern auch in den Kiesebenen und sogar in den Bergen im Süden Omans. Sie scheinen frei durch die Landschaft zu streifen, aber sie haben alle Besitzer, die regelmäßig nach ihnen sehen und sie bei Bedarf füttern. Ihre Farbe variiert von hellem Sandbeige bis Schwarz und liefern den Beduinen nicht nur Milch sondern auch Fleisch. Kamelfleisch wird jedoch nur in wenigen omanischen Restaurants serviert.
Für die Autofahrer stellen sich der Straße nähernde Kamele eine Gefahr dar, denn als größte Tiere der Region sind sie gewohnt, dass alle ihnen den Vortritt lassen - auch die Autofahrer. Wenn ein Kamel auf die Straße zugeht oder sich am Straßenrand bewegt, muss man immer damit rechnen, dass es spontan die Fahrbahn betritt oder auch überquert. Man bremst daher besser in so einem Fall sehr stark ab oder bleibt stehen, bis die Situation geklärt ist.

Die Beduinen vom Stamm der Wihiba wissen um den Wert ihrer Rennkamele, der Preis ist entsprechend: die besten wechseln für über 500.000 Omani-Rial (etwa 1,3 Millionen Euro) den Besitzer. Bevorzugt werden sie von den Fürsten der benachbarten Vereinigten Arabischen Emirate gekauft.
In Oman finden Kamelrennen meist am Nationalfeiertag und den Eid-Festen auf einer speziellen Rennbahn nahe Nizwa statt, während des übrigen Jahres nur äußerst selten und dann in der Regel an Besuchern nur schwer zugänglichen Orten, weit abseits jeder Teerstraße. Kamelrennen sind in Oman kein Touristenspektakel, sondern die große Leidenschaft der Beduinen – und waren es auch von Sultan Qaboos.
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