Die Dokumentarfilm-Trilogie "Die Söhne Sindbads"

Wer waren die Söhne Sindbads? Was ihre Errungenschaften? Was ist ihr Vermächtnis? Das deutsch-omanische Team um Regisseur Friedrich Klütsch, Juma Al-Maskari, Georg Popp und Mohammed Al-Mamari spürten über drei Jahre hinweg den Antworten auf diese Fragen nach und begaben sich hierbei auf die Spuren der beeindruckenden und weithin unbekannten Geschichte Omans.

Hierzu wurden Archive in Oman, Portugal, Sansibar und China besucht, Experten auf der ganzen Welt befragt und Schlüsselereignisse an den Originalschauplätzen nachgestellt. Wo immer es möglich war, erfolgten die Dreharbeiten in den jeweiligen historischen Räumen oder wurden diese mit dem Rat der Experten nachempfunden. Der Schwerpunkt der Filmproduktion lag jedoch nicht auf der Akuratesse der Kostüme und Gegenstände, sondern vielmehr auf der Darstellung spezifischer Wesenszüge und Haltungen, welche die omanische Geschichte durchziehen.

Die verschiedenen Episoden reflektieren die Offenheit und Toleranz eines Volkes, welches durch den Seehandel über die Jahrhunderte hinweg lernte, friedlich mit den verschiedensten Kulturen und Religionen zu interagieren.

Im Machen liegt auch die Botschaft

Die Trilogie "Die Söhne Sindbads" ist bestimmt für alle, egal ob aus östlicher oder westlicher Hemisphäre. Es geht um die Menschen, ihre Denkweise, und vor allem ihre gemeinsamen Werte. Es ist eine Abkehr von der eurozentrischen Perspektive - der Versuch westliche und östliche Blickwinkel zu einer neuen Sehweise auf die Geschichte zusammenzuführen. Es ist die Vorstellung der nur wenig bekannten islamischen Schule Ibadhiyah, welche eine wichtige Rolle spielte bei der Verbreitung des Islam in Ostafrika und im Fernen Osten.

Wir wollten jedoch nicht nur die Vergangenheit darstellen, sondern vor allem die Fortführung des historischen Vermächtnisses in der heutigen Zeit aufzeigen.

Bewußt entschieden wir uns daher, keine professionellen Schauspieler zu verpflichten. Die beteiligten Amateure begeben sich zusammen mit dem Betrachter auf die Spuren ihrer eigenen kulturellen Identität. Über 120 Personen, mehr als die Hälfte davon aus Oman, waren an den Dreharbeiten zu dieser Trilogie beteiligt.

Der Erfolg dieser Deutsch-Omanischen Produktion zeigt, dass eine konstruktives Zusammenarbeiten zwischen Ost und West entgegen weitverbreiteter Vorurteile durchaus möglich ist.

-> Link zu den Filmtrailern und Filmen

Episode 1: DAS REICH DES MONSUN
Arabische Chroniken berichten von dem Händler und Gelehrten Abu Ubayda Al Qassim, der Mitte des 8. Jahrhunderts die maritime Seidenstraße zwischen Oman und China befährt.

Episode 2: DER SEEWEG NACH INDIEN
Anfang des 16. Jahrhunderts erreichen die Portugiesen die Küste Omans. Es wird nach den Umständen gefragt, die es möglich machten, dass wenige hundert Eindringlinge wichtige Häfen und Handelsplätze erobern und für mehr als ein Jahrhundert halten konnten. Ab 1622 formiert sich der Widerstand, der bis Mitte des 17. Jahrhunderts nicht nur die Stämme Omans einigt, sondern auch mit der vollständigen Rückeroberung der besetzten Gebiete endet.

Episode 3: DER ZAUBER SANSIBARS
Anfang des 19. Jahrhunderts fügt Sayyid Said bin Sultan große Teile der Swahili-Küste Ostafrikas seinem Herrschaftsgebiet hinzu. Der Oman wird zu einem Großreich, dessen Landesteile 3000 Seemeilen auseinander liegen. Regiert wird das Territorium mithilfe der Söhne des Herrschers und Schiffen, die bis zur Erfindung der Dampfschifffahrt auf die Winde des Monsuns angewiesen sind. Der dritte Teil der Sindbad-Trilogie geht der Frage nach, ob die Einheit des omanischen Reiches angesichts innerer und äußerer Gefährdungen Bestand haben kann.